Mehr als 30 Grad und pralle Sonne: Das Wetter am vergangenen Dienstag war eine Herausforderung, hielt knapp 20 interessierte Teilnehmer jedoch nicht von einem Besuch im Museumsgarten des Kaffeemühlenmuseums ab. Die Teilnehmer folgten der Kräuterpädagogin Waltraud Pfau auf einer Entdeckungstour, bei der Anfassen, Riechen und Schmecken ausdrücklich erwünscht waren.
Waltraud Pfau, deren Leidenschaft für die heimische Pflanzenwelt während ihrer Zeit als Gästeführerin bei der Gartenschau in Mühlacker begann, führte die Gruppe gezielt abseits der klassischen Pfade. Ihr Fokus liegt nicht nur auf den gepflegten Beeten, sondern vor allem auf den Wiesen, Ecken und Beeträndern. „Dort wachsen die wahren Wildkräuter“, erklärte die Expertin, die auch im Umweltschutz aktiv ist.
Über 50 verschiedene Kräuterarten machte Waltraud Pfau allein im Museumsgarten aus – weit mehr, als in der begrenzten Zeit der Führung ausführlich besprochen werden konnten. Neben bekannten Gewächsen lernten die Teilnehmer auch seltenere Heilpflanzen wie den Andorn kennen, der für seine hustenstillende und schleimlösende Wirkung bekannt ist. Für Überraschung sorgte der klassische Spitzwegerich: Seine dunklen Knospen entpuppten sich beim Kosten als kulinarisches Highlight mit intensivem Champignon-Aroma.
Zum Abschluss der Tour wurde der Garten selbst zum Buffet. Die Teilnehmer ernteten nach Herzenslust und kreierten eigene Kräuterbrote. Erlaubt war, was schmeckte – von der Kombination aus Kleeblüten und Rosenblättern bis hin zu Basilikumblüten mit Currykraut.
Geschmack für den Menschen, Nahrung für Insekten
Dabei ging es Waltraud Pfau um weit mehr als um reine Gaumenfreuden. Im Mittelpunkt standen die vielseitigen Heilwirkungen der Pflanzen, die schon seit Generationen genutzt werden, um die Gesundheit im Alltag zu unterstützen. Die Verwendung in der Küche ist dabei ein doppelter Gewinn: Wildkräuter bereichern den Speiseplan auf gesunde Weise und sichern gleichzeitig als unverzichtbare Nahrungsquelle das Überleben von Wildbienen und anderen Insekten.